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#Tag 8 | 23. September

Kein Prüfungstauchgang mehr, sondern nur noch ‚Lusttauchen‘. Und zwar wieder an die Donator. Jetzt wollte dieses Wrack jeder sehen ohne Druck – gemeint ist Prüfungsdruck. Die See war ruhig, wenig Boote unterwegs, die Sonne schien und kein Wind. Die erlaubte Grundzeit haben alle ausgenutzt und wir kamen mit einem breiten Grinsen im Gesicht an die Wasseroberfläche zurück. Dieses Wrack muss man gesehen haben. Es fehlen einfach die Worte, um alle Eindrücke wieder zu geben. Nachmittags wurde das Material gespült und getrocknet. Teilweise wurde schon gepackt oder in der Sonne gechillt.

Heute Abend war das letzte gemeinsame Essen im Restaurant. Und zur Krönung des Menüs gab es dann ganz feierlich unsere Tauchlehrerurkunden und unsere TL-Nummern wurden offiziell bekannt gegeben. Hansi von der Tauchbasis Divin’Giens bekam ein weiteres Gruppenbild für seine TL-Tauchlehrer-Galerie. Und die Prüfer jeweils ein eigenes auf sie persönlich verfasstes Logbuch.

Damit endet auch der Eintrag in dieses Logbuch der neuen Tauchlehrer: Anja Kühner, Sabine Sitzler, Friedemann Elßer, Philipp Hudelmaier und Uli Köster. Leider noch nicht ganz die TL-Prüfung bestanden, aber mit bestandener Praxis: Thorsten Schwab und Stefan Tibus. Und die Prüfer Jörg Eyber, Gerhard Gassmann, Wolfram Kusche mit TL3-Assistent Bernd Hillenbrand. Und unserem ersten Offizier an Bord ansonsten Ärztin Martina Lustig der Tauchlehrerprüfung 2017 des WLT.

#Tag 7 | 22. September

Immer noch kein Wind. Dafür war der Himmel etwas bewölkt. Das war uns allerdings vollkommen egal, da wir zur ‚Donator‘ fuhren. Dieses Wrack ist weltweit bekannt und wir waren heiß darauf. Tauchgang mit Luftmanagement. Wir konnten also etwas länger wie am Vortag am Wrack verweilen.

Nachmittags ging es zum ‚Sec du Langoustier‘, einem Felsen unter Wasser mit höchster Stelle auf 15 Meter und tiefster Stelle für uns auf 25 Meter. Wäre aber auch noch tiefer gegangen. Letzter Prüfungstauchgang mit Rettungsübung. Am Abend wurde schon mal inoffiziell verkündet, dass alle im ‚grünen Bereich‘ mit ihren Leistungen liegen. Das war sehr beruhigend, da es noch nicht sicher war, ob alle wirklich durchkommen.

#Tag 6 | 20. September

Wind ist immer noch weg. Das Mittelmeer liegt da wie eine Öllache. Nach kurzer Vorstellung der ‚Le Grec‘- eines der besten Wracks hier - ging es auch schon los zum Hafen. Zum Foltertauchgang, wie einer gesagt hat. Runter zum Wrack, dann nur 5 Minuten Grundzeit auf 40+ Meter und dann Aufstieg ohne Flossenbenutzung. Andere tauchen hier 15 Minuten lang am Wrack. Aber wir wollen ja Tauchlehrer werden. Hat bei allen gut geklappt. Mittags fuhren wir an den Tauchplatz ‚Les Grottes‘. Tauchgang ohne Übung gab es wieder nicht. Sondern eine Sanduhr mussten wir tauchen. Wir dürfen auch nicht verraten, wie das funktioniert. Kommende TL-Anwärter sollen es ja nicht leichter haben. Diese Übung hat bei fast allen geklappt. Doof ist halt, wenn man in die falsche Richtung lostaucht und dann kommt die Felswand.

#Tag 5 | 20. September

Wind ist wie weggeblasen und keine Wellen. Genial, denn heute fand unsere Ganztagesausfahrt nach Port Cros, dem ersten Unterwasser-Nationalpark der Welt statt. Mit leichter Verspätung ging es dann los. Es musste ja auch mehr Material verstaut werden. Nach rund eineinhalb Stunden Überfahrt erreichten wir den Tauchplatz Ilot de la Gabiniere, ein großer Fels oder fast schon ‚Miniinsel‘ im Süden von Port Cros. Prüfungstauchgang mit Wechselatmung aus 40 Meter Tiefe. Und unzählige Zackenbarsche haben uns dabei beobachtet. Kamen einfach neugierig her. Mehrere kleine Barrakudaschwärme begleiteten uns und große Zahnbrassen mischten sich darunter. Leider haben wir die Gorgonienhäupter, eine besondere Seesternart, nicht gesehen.

Zu Mittag ging’s zum Essen in den Hafen von Port Cros. Leider haben die Prüfer wieder Stress gemacht. Die Zeit vergeht einfach zu schnell. ‚Auf auf weiter‘, schnell noch ein Gruppenbild und dann wieder zum Boot. Nachmittags stand ein simulierter Ausbildungstauchgang an.

Auf der langen Rückfahrt wurde ein französisches Taucherbuffet aufgebaut: Wein, Käse, Wurst und Baguette. Genial. Hat die Stimmung steigen lassen und die Zeit verging viel schneller. Aber ich glaube trotzdem sind alle sehr angespannt. Irgendwie ist halt doch Prüfung.

#Tag 4 | 19. September

Heute hat Friedemann Geburtstag. Die ganze Truppe hat ihn mit einem gigantischen Frühstück überrascht. Und er hatte schon seinen Geburtstag für dieses Jahr abgeschrieben. Schön, wenn man Freunde hat. Da wir heute Nachmittag nur ABC machen können, weil wieder zu viel Wind bläst, starteten wir bereits heute Vormittag mit dem ersten Prüfungstauchgang. Die Prüfer sagen zu der Übung immer Fuchsjagd. Den Namen dafür habe ich eigentlich nicht ganz verstanden. Egal. Hat trotzdem jeder geschafft. Am Abend gabs im Restaurant dann lecker Hamburger. Hat sich das Geburtstagskind gewünscht. Und der Koch hat extra als Nachtisch Kuchen gebacken. Ein großes Stück Bienenstich gab’s für jeden.

#Tag 3 | 18. September

Wind ist fast weg, soll aber wieder kommen. Deshalb haben wir die Gunst der Stunde genutzt und sind für den ersten Tauchgang zur ‚Michel C‘ gefahren, einem Wrack auf rund 40 Meter Tiefe. Für eine kleine Runde um das Wrack hat es fast allen gereicht bevor die Übung‚ Aufstieg mit dem Tariermittel ohne Flosseneinsatz, zu absolvieren war. Irgendein Prüfer meinte dann beim Mittagessen: „Schade, dass es noch kein Prüfungstauchgang war.“ Er wollte wohl damit sagen, dass es bei allen toll geklappt hat.

Zu Mittag sind wir von Peggy mit einer heißen Suppe überrascht worden. Ich glaube, keine heiße Brühe hat jemals so gut geschmeckt. Aber beim Nachmittagstauchgang war die wohltuende Wärme schon wieder verflogen. Das Wasser ist ungewöhnlich kalt für September. Die Sicht unter Wasser ist fantastisch und Fische ohne Ende. Als Übung war ‚Rettung eines handlungsunfähigen Tauchers‘ angesetzt. Geklappt hat die Übung bei fast allen. Gut, dass wir noch bei den Vorbereitungstauchgängen waren. Aber Morgen soll es losgehen mit den Prüfungstauchgängen.

#Tag 2 | 17. September

Immer noch bläst ein ordentlicher 6er Wind. Tauchen ging trotzdem. Morgens waren wir am Tauchplatz Escampo. Fahrt dorthin war sehr wellig. Aber in der Bucht konnten wir das Boot mit dem Bug an einer Boje festmachen und das Heck mit einer langen Leine an einer großen Öse am Ufer befestigen. Dann war’s ruhig und alle gingen zum Tauchgang mit der Übung Wechselatmung. Auf dem Rückweg zum Boot tauchten dann alle noch durch einen kleinen, aber wunderschön bewachsenen Kamin. Quasi einer kleiner Höhle, die nach oben in rund 8 Meter offen ist. Im Flachwasser standen viele Fische und wir wurden von der Dünung durchgeschaukelt.

Nachmittag war der Mistral-Wind immer noch da. Hat an seiner Stärke nichts verloren. Da aber als Übung ein Tauchgang ohne tschechische Hilfsmittel angesagt war, netter Versprecher übrigens, fuhren wir mit dem Boot nach Point de Rabbat. Eine große Bucht voll mit Seegras. Martina, unsere Ärztin, ist jetzt auch immer an Bord und ist nebenbei noch Matrose von Hansi. Hat ja Zeit dafür. Martina ist voll lustig. Immer gut drauf und so. Liegt vielleicht an ihrem Namen der ist nämlich auch ‚Lustig‘.

#Tag 1 | 16. September

Gestern sind alle Teilnehmer gut angekommen. Nein, fast alle. Denn heute kommt mit dem Flieger noch unsere Hotline-Ärztin Martina aus Duisburg an. Dann sind wir komplett. In den Mobilhomes haben sich alle soweit es geht gemütlich eingerichtet und der Kühlschrank sieht bei allen auch schon recht gut gefüllt aus. Heute Morgen trafen sich alle in der Basis. Offizielle Begrüßung und Einweisung durch die Prüfercrew. Aha. Basischef Hansi von Divin’Giens hat sich auch vorgestellt. Heute Nachmittag geht los zum Tauchen. Wind frischt schon ein wenig auf. Aber der Tauchplatz Picine bei les Medes soll im windgeschützten Bereich von Porquerolles liegen- einer gegenüberliegenden Insel hier. Fahrt ungefähr eine halbe Stunde. Alle mussten erst mal 1.000 Meter schwimmen. Dann wurde endlich getaucht. 17 Grad Celsius Wassertemperatur. Wer hat gesagt, dass es hier im September wärmer sein soll. Einer sagt, der Mistral sei schuld. Naja ist halt so. Tauchen geht trotzdem. Sind ja nicht zum Spaß hier.

Seid mit dabei.

Dieser Blog oder dieses Tagebuch wollen wir für alle Daheimgebliebenen täglich aktualisieren und euch auf dem Laufenden halten. Also dann bis Morgen.